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Archiv - Sonderausstellung: Schule in der DDR der 1970er Jahre


Unterricht und Schulleben

Nach einem Beschluß des VI. Parteitages der SED von 1963 soll
die Schule „dem umfassenden Aufbau des Sozialismus“ und der „wissenschaftlich-technischen Revolution“ stärker Rechnung tragen.

Das von 1964 bis 1971 ausgearbeitete Lehrplanwerk schreibt für alle Fächer und Schulstufen die Inhalte einer modernen sozialistischen Allgemeinbildung vor.

In der Stundentafel erhöht sich der Anteil der mathematisch-natur- wissenschaftlichen und polytechnischen Fächer auf ca. 40 %, in der 10. Klasse sogar auf 55 %.

Die Inhalte und Themen der Lehrpläne entsprechen dem Standard der jeweiligen Fachwissenschaft, die Art und Weise ihrer Vermittlung entspricht den Erkenntnissen der Pädagogischen Wissenschaften.

Auf dieser Grundlage werden die Schulbücher, Methodiken und Unterrichtshilfen für die Hand des Lehrers erarbeitet. Sie prägen den Unterricht der 1970er Jahre.

Alle Bildungsinhalte sind auf die Vermittlung eines sozialistischen Menschen- und Gesellschaftsbildes ausgerichtet. Durch den hohen Anteil der Naturwissenschaften, durch Verwissenschaftlichung und Praxisbezug erreicht der Unterricht der DDR-Schule der 1970er Jahre allerdings ein von den westlichen Industrienationen unerreicht hohes Niveau.

Polytechnische Bildung und Erziehung soll als Prinzip sozialistischer Allgemeinbildung in allen Schulfächern wirksam sein.
In eigenständigen Fächern wird polytechnischer Unterricht  1958 in der DDR-Schule verankert. In der POS erfolgt polytechnischer Unterricht in den unteren Klassen als Schulgarten- (Kl. 1-4) und Werkunterricht (Kl. 1-6). In den Klassen 7-10 steht „Produktive Arbeit“ (PA) in Form eines „Unterrichtstags in der Produktion“ (UTP) auf dem Lehrplan. „Einführung in die sozialistische Produktion“ und Technisches Zeichnen sind Begleitfächer zum UTP. 

Im Werkunterricht lernen und üben die Schülerinnen und Schüler handwerkliche Grundfertigkeiten wie Sägen, Feilen, Bohren.
An den Schulen gibt es eigene, gut ausgestattete Unterrichtsräume, praktisch kleine Werkstätten mit Arbeitsplätzen für die Schüler. Sie werden so auf  den Unterrichtstag in der Produktion vorbereitet.

Der UTP wird in Betrieben oder in speziellen UTP-Zentren durch- geführt. Die praktische Arbeit besteht in der Regel aus Zuarbeiten für die Montage von Fertigprodukten, wie Kabelbäume, das Beschuhen von Kabelenden, Maßbohrungen, sowie in der Bedienung und Wartung moderner Maschinen und Geräte.

Theoretisch begleitet wird diese produktive Arbeit von der „Einführung in die sozialistische Produktion“ (ESP).
Grundlegende Kenntnisse der sozialistischen Betriebswirtschaft, des Zusammenhangs von Politik, Technik und Ökonomie, werden
in diesem Fach vermittelt.

Die gezeigten Fotos und Dokumente betreffen Einschulung, Fahnenappell, Kinder im Unterricht, Fachunterricht und Polytechnik. In zwei Vitrinen werden Schulbücher und Materialien für den Werk- und ESP-Unterricht präsentiert. 
Unterricht
 
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Werkunterricht
 Für den Inhalt der Webseiten zeichnet die Leiterin, Frau Dr. Martina Weinland, verantwortlich.