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Schulgeschichtlicher Überblick
Nach der politischen und
verwaltungstechnischen Teilung Berlins Ende 1949 verfolgt die
SED-Führung in Ostberlin das Ziel, gleiches Recht auf Bildung
für alle Kinder und Jugendliche, unabhängig von
sozialer Herkunft und Geschlecht, zu sichern. Die demokratische
Einheitsschule des „Schulgesetzes für
Großberlin“ von 1948 wird unter dem
Einfluß der sowjetischen Bildungspolitik und Sowjet-
pädagogik schrittweise in ein einheitliches sozialistisches
Bildungssystem umgebaut.
Mit der Einführung des polytechnischen Unterrichts 1958 und
dem „Gesetz über die sozialistische Entwicklung des
Schulwesens in der DDR“ von 1959 wird der Ausbau der
Polytechnischen Oberschule (POS) angeordnet und eine
zehnjährige Schulzeit zur Pflicht.
Abgeschlossen ist diese Entwicklung erst 1975.
Das „Gesetz über das einheitliche sozialistische
Bildungssystem“ von 1965 faßt alle staatlichen und
gesellschaftlichen Bildungs- einrichtungen, von der Vorschulerziehung
bis zur Aus- und Weiterbildung, formal und inhaltlich zu einem System
zusammen. Umfangreiche sozialpolitische Leistungen
unterstützen den Bildungserwerb. Dieses Gesetz gilt bis 1990.
Angestrebt wird „eine hohe Bildung des ganzen Volkes, die
Bildung und Erziehung allseitig und harmonisch entwickelter
sozialistischer Persönlichkeiten“. Das geht nicht
ohne ideologische Beeinflussung. Nicht die optimale individuelle
Förderung, sondern „das Lernen für den
Staat, für den Plan und gegen den Imperialismus“
stehen im Vordergrund.
Die Schulkultur wird von den SED-gelenkten Jugendorganisationen, Freie
Deutsche Jugend (FDJ) und Pionierorganisation, bestimmt. Ihr Auftrag
ist, für gute Lernergebnisse und eine politisch korrekte
staatsbürgerliche Haltung zu sorgen. Einordnung in das
Kollektiv und Unterordnung unter den Lehrer bestimmen den Schulalltag.
In den 1970er Jahren ist die Einheitsschule stabil etabliert, und sie
erreicht eine neue Qualität. Ein seit 1971 für alle
Klassen und Fächer eingeführtes neues Lehrplanwerk
prägt den Unterricht auf hohem Niveau. Noch ist die
übergroße Mehrheit der DDR-Bürger
mit den Verhältnissen in Gesellschaft und Schule zufrieden.
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