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Archiv - Dauerausstellung:  Raum 4 - Kinderleben


Mädchen sein / Frauen im Beruf
Puppenspiel und Handarbeiten stehen für die Vorbereitung der Mädchen auf ihre spätere Rolle als tüchtige Hausfrau und Mutter: Einüben der Alltagspflichten in der Familie und erwünschter „weiblicher“ Tugenden und Eigenschaften wie Geschicklichkeit, Fleiß, Ordnung, Ausdauer, Schönheitssinn.

In der (Volks-) Schule hatten Mädchen das besondere Fach „Handarbeiten“ mit Nähen, Flicken, Stricken, Stopfen, Sticken.
Näh- und Stickmustertücher und eine Strickübung (Ferse eines Strumpfes) sind Zeugnisse der im Handarbeitsunterricht erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

In Berlin, einem Zentrum der Textil- und Bekleidungsindustrie, konnten oder mussten viele Frauen ihre Nähfertigkeiten auch als Erwerbsquelle nutzen. Sie trugen als Textilarbeiterinnen, Schneiderinnen, Näherinnen zum Lebensunterhalt der Familie bei. Verbreitet war außerdem die Heimarbeit, bei der oft auch schon Mädchen mithalfen.

Das „wirkliche Leben” hatte um die Jahrhundertwende das noch vorherrschende Leitbild des weiblichen Geschlechts bereits überholt.

Industrie, Handel und Verkehr eröffneten Frauen zunehmend den Zugang zu bürgerlichen Berufen und damit die Möglichkeit einer selbständigen Erwerbstätigkeit.

Durch die Einführung von Telefon und Schreibmaschine entstanden auch neue Berufszweige, die vorwiegend von Frauen ausgeübt wurden. Die dafür erforderliche Ausbildung konnten sie in speziellen Fachkursen oder auf Fachschulen erwerben.

Viele Mädchen machten nach der Schulentlassung und Konfirmation von diesem Angebot Gebrauch. Sie wollten berufstätig sein, wenigstens bis zur Heirat.

Im Schulheft „Aufsätze der Anna Schmidt“ (Berlin 1908) schreibt
Anna in ihrem Lebenslauf auch über ihre Berufsperspektive: „Mein Lebenslauf. Ich, Anna Schmidt, bin am 19.9.1894 als Tochter des Bäckers Karl Schmidt zu Berlin geboren. Meine Taufe wurde in der Zionskirche vollzogen. Ich erhielt die Namen Anna, Frieda.
Vom sechsten bis zum vierzehnten Jahre besuchte ich die 171. Gemeindeschule. Ich wurde jedesmal versetzt, war also ein Jahr in der I. Klasse. Größere Reisen habe ich nicht gemacht; nur im Sommer weilte ich zur Erholung in Bütow. Jetzt besuche ich die Fortbildungsschule, um mich später dem kaufmännischen Stande zu widmen.“

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