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Junge sein / Kinder in Uniform
Technisches und
militärisches Spielzeug sowie Unterrichtsmittel für
Raumlehre und Linearzeichnen dienten unter anderem der Vor- bereitung
des Jungen auf seine spätere Rolle als Familienvater und
seinen Aufgaben in Staat und Gesellschaft.
Die Neuerungen auf allen Gebieten der Industrie, des Handels und
Verkehrs verlangten auch in gewerblichen Berufen zunehmend mehr Wissen
und Können in Mathematik, Naturwissenschaften, Mechanik und
Technik. Das Spielzeug der Knaben machte diese Entwicklung mit. Im begeisterten
Spiel mit Eisenbahn und Dampfmaschine wurden Knaben schon im
Kindesalter mit technischen Abläufen vertraut gemacht.
In der (Volks-) Schule hatten Knaben anstelle des Handarbeits-
unterrichts der Mädchen zusätzliche Stunden in
Rechnen, Raumlehre, Naturkunde, Geschichte, Zeichnen und Turnen.
Das räumliche Vorstellungsvermögen der
Schüler und ihre Fertigkeiten im Zeichnen wurden besonders
gefördert.
Für Knaben galt in der Kaiserzeit der Soldat als patriotisches
Vorbild. Dieses Vorbild wurde unterstützt durch ein
reichhaltiges Angebot von militärischem Spielzeug: Burgen,
Blei- und Zinnsoldaten, Kanonen, Kriegsliteratur.
Der „kleine Soldat“ in Uniform und strammer Haltung
war ein beliebtes Motiv auf Foto-Postkarten. Nachgeahmt wurde dabei mit
niedlichen Knaben „aus dem Volk“, was die Prinzen
vorlebten.
Diese hatten bereits als Kinder richtige Offiziersuniformen und standen
ihren Leibregimentern dem Titel nach als Chef vor.
Auch die (Volks-) Schule war von Militärischem
geprägt. Die Knaben traten als
„Schulrekruten“ in die Volksschule ein und lernten
dort die gewünschten soldatischen Tugenden und Eigenschaften
wie körperliche Tüchtigkeit, Ordnung und
Pflichtgefühl, Vaterlandsliebe, Treue und Gehorsam.
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