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Jugendorganisationen
Die 1948 gegründete Pionierorganisation „Ernst
Thälmann“ gliedert sich in die
„Jungpioniere“ (1.-3. Klassenstufe) und in die
Thälmann- pioniere (4.-7. Klassenstufe). Bei ihrer Aufnahme
geben die Pioniere das Versprechen ab, die Pioniergesetze zu befolgen.
Als äußeres Zeichen ihrer Mitgliedschaft tragen die
Jungpioniere ein blaues, die Thälmannpioniere ein rotes
Halstuch. Die komplette Pionierkleidung (weiße Bluse, blaues
Käppi, Halstuch) wird nur zu besonderen Anlässen
getragen.
Kleinste Einheit der Organisation ist die Pioniergruppe, in der Regel
identisch mit der Schulklasse. Einmal im Monat gibt es einen
Pioniernachmittag, der vom
Gruppenrat vorbereitet und durchgeführt wird. Diese
Veranstaltungen werden in einem „Gruppenbuch“
dokumentiert.
Die Pionierorganisation kann von der SED Aufträge erhalten,
zum Beispiel das Sammeln von Glas, Altpapier oder Schrott. So werden
die Kinder ehrenamtlich und spielerisch in den Aufbau der DDR
einbezogen.
Alle drei Jahre gibt es Pioniertreffen als
Massenveranstaltung, auf denen die Kinder Rechenschaft über
ihre Leistungen ablegen und den Zusammenhalt mit Partei und
Regierung demonstrieren.
Die 1946 gegründete einheitliche Massenorganisation Freie
Deutsche Jugend (FDJ) erfaßt die Jugend im Alter zwischen 14
und 25 Jahren, in der POS die Schülerinnen und
Schüler der Klassenstufen 8 - 10. Ihr Ziel ist die
sozialistische Erziehung nach den Vorgaben der SED.
Wie die SED ist sie als Pyramide aufgebaut: Die Spitze bildet der
FDJ-Zentralrat, darunter stehen FDJ-Bezirksleitungen, darunter
FDJ-Kreisleitungen, darunter Betriebs-, Hochschul- und Schulleitungen.
Die FDJ verfügt über ein Netz aus Einrichtungen und
Klubhäusern. Neben der politischen Arbeit, zu deren
Höhepunkten die Aufmärsche zu den Weltfestspielen
oder die Pfingsttreffen gehören, organisiert die FDJ auch
kulturelle Aktivitäten, etwa die „Messe der Meister
von morgen“ oder das „Festival des politischen
Liedes“.
Die Mitgliedschaft in der FDJ ist zwar freiwillig, doch die wenigen
Nichtmitglieder gelten als Außenseiter und werden oft in
ihrem beruflichen Fortkommen behindert.
Die gezeigten Fotos und Dokumente betreffen die Aufnahme in die
Pionierorganisation, Pioniermanöver,
Pionier-Aktivitäten, Selbst- verpflichtungen von
Thälmannpionieren einer 5. Klasse der 10. POS
Berlin-Lichtenberg und die Freie Deutsche Jugend. In einer Vitrine sind
gegenständliche Zeugnisse aus dem Pionier- und FDJ-Alltag zu
sehen.
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