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„Haimliche Schriften zu machen“
Methoden für die
Übermittlung geheimer Botschaften wurden als
„nottwenig zu wissen den schreibern“ angesehen.
Begründet wird das an Hand von Beispielen aus dem 5.
Jahrhundert v. Chr. In dieser Zeit hätten „kaiser
und ander tyrannen“ sie stets genutzt, um Böses zu
vollbringen.
„Weren dazumal leüt gewesen“ die, die
geheimen Botschaften verstanden hätten, wäre
„vil schaden verhindert worden“. Die Schreiber
werden ermahnt, sich „ihren herren und Oberkeyten zum
besten“ mit Geheimschriften zu beschäftigen und
selbst welche auszudenken.
Geheimbotschaften
können versteckt oder verschlüsselt
übermittelt werden. Als erstes wird erklärt, wie eine
unsichtbare (versteckte) Schrift erzeugt und durch besondere Mittel
lesbar gemacht werden kann.
Viele Beispiele, die in der „Haimlichen und verborgnen
Cancellei“ wiedergegeben werden, resultieren aus der
Beschäftigung mit der Antike.
Aus den Aufzeichnungen des griechischen Geschichtsschreibers Herodot
(485 bis 425 v. Chr.) stammt folgender Bericht über die
Übermittlung einer versteckten Botschaft: Als Histiaios aus
Milet seinen Stellvertreter Aristagoras zum Krieg zwingen wollte,
sandte er einen Knecht aus Persien an ihn. Diesem hatte er den Kopf
geschoren und auf die Kopfhaut geschrieben, „was er vom
Aristagora haben wolt“. Er ließ den Boten so lange
bei sich warten, bis das Haar etwas nachgewachsen war und die geheimen
Zeichen bedeckte. Dann wurden ihm nach der Ankunft bei Aristagoras die
Haare wieder geschoren und die Nachricht war lesbar.
Mit dem „Alphabetum Cesaris“ kann man Botschaften
verschlüsseln. Nach der Beschreibung des römischen
Schriftstellers Sueton Tranquillus (um 69-130 n. Chr.) hatte Kaiser
Julius Cäsar eine seltsame geheime Art zu schreiben. Dieser
setzte die Buchstaben scheinbar ohne alle Ordnung zusammen, indem er an
Stelle des betreffenden Buchstabens den vierten verwendete. Also
anstelle des „A“ ein „D“,
anstelle des „B“ ein „E“ usw.
„Dgdp“ heißt also
„Adam“.
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